Medizinische Universität
Allgemeines Krankenhaus
AKH - Abteilung Kinderchirurgie
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Allgemeine kinderchirurgische Ambulanz
Ihr Kind  wird ohne längere Wartezeit vom zuständigen Kinderchirurgen behandelt. Außerhalb der Ambulanzzeiten, am Wochenende oder in der Nacht wenden Sie sich bitte an die Notfallambulanz im Hauptgebäude des AKH auf der Ebene 6 bei der Leitstelle 6D. Das Team der Kinderchirurgie steht im Notfall für Sie rund um die Uhr bereit.


Montag-Freitag 8.00 bis 15.00 Uhr auf Ebene 5 der Kinderklinik
Außerhalb der Öffnungszeiten und an Sonn- und Feiertagen 24 Stunden täglich über die Notfallambulanz 6D
Telefon: 40400-6830
Leiter der Ambulanz: Hr. Prof. Dr. Horcher

 

CAKUT - Kinderurologie, Hypospadien, Intersex

Onkologie

Harn- und Stuhlinkontinenz

Trichterbrust / Kielbrust

Obstipation / Verstopfung

Nachsorge nach angeborenen Fehlbildungen

Hämangiome (Blutschwamm) und Gefäßfehlbildungen

 

 

 

CAKUT- Kinderurologie, Hypospadien, Intersex

Im Rahmen der CAKUT-Kooperation als interdisziplinäre Versorgung im Sinne eines Exzellenzzentrums im AKH zwischen Kinderklinik, Abteilung für Kinderchirurgie, Klinik für Urologie, Klinik für Radiologie und Klinik für Nuklearmedizin.

Wir decken das gesamte Gebiet der Kinderurologie in enger Zusammenarbeit mit den Nephrologen („Harn- und Nierenspezialisten“) der Kinderklinik des AKH im Rahmen des interdisziplinären CAKUT-Projekts ab. Wir bieten die Diagnostik und Behandlung von angeborenen und erworbenen Fehlbildungen im Bereich der Niere, der Harnleiter, der Blase und der Harnröhre (Übersicht der Erkrankungen).

 

Ein Schwerpunkt unserer Klinik ist die Behandlung der Fehlbildungen des äußeren Genitales. Dazu zählen vor allem die Fehlmündungen der Harnröhre (Hypospadie) beim Knaben. Diese auch Hypospadien genannten Erkrankungen bedürfen der frühzeitigen operativen Korrektur (um das 1. Lebensjahr), um die psychosexuelle Entwicklung des Knaben nicht zu gefährden. Wir bieten sämtliche modernen operativen Konzepte der Hypospadiekorrektur an und stehen in ständiger Weiterbildung mit den großen Zentren des Hypospadiemanagements (W. Snodgrass, Dallas / A. Hadidi , Cairo ).

 

Wir bieten die Behandlung von Fehlbildungen im Bereich der Harnleitermündung in die Blase und der dadurch damit verbundener Rückfluss („Vesicoureteraler Reflux, VUR“) von Harn in die Niere. Die Therapiekonzepte reichen von endoskopischen Eingriffen („Harnleiterunterspritzung“) bis zur offen operativen Harnleiterneueinpflanzung (OP n. Leadbetter-Politano).

 

Viel Sorge und Leid stellt das nächtliche Einnässen dar. In einer speziellen Sprechstunde widmen wir uns diesem Enuresis genannten Problem.

 

Darüber hinaus behandeln wir die kindliche Phimose („Vorhautverengung“), den Leistenbruch beim Knaben und beim Mädchen, den Wasserbruch („Hydrocele“) und den Hodenhochstand.

 

 

Onkologie

Die Abteilung für Kinderchirurgie am AKH ist das größte kinderchirurgisch-onkologische Zentrum Ostösterreichs. Wir kooperieren eng mit dem St. Anna Kinderspital, dem größten Kinderkrebszentrums Österreichs mit internationalem Renommee. In der onkologischen Ambulanz findet die prä- und postoperative Behandlungen von Kindern mit bösartigen Erkrankungen statt. (Wilmstumor, Neuroblastom, Rhabdomyosarkom, Lungentumoren, Hepatoblastom, Eierstock- und Hodentumoren und Tumoren des Urogenitaltrakts).

 

Obstipation / Verstopfung

Die Obstipation ist definiert als:

  • Eine Abnahme der Stuhlentleerungsfrequenz im Vergleich zur “normalen” Frequenz (also spontane Stuhlentleerungen im Abstand von 3 oder mehr Tagen)
  • Motilitätsstörung des Dickdarmes oder Anorektums mit schwieriger Stuhlentleerung
  • Schmerzhafte Stuhlentleerungsstörung mit hartem, trockenen Stuhl

Wodurch wird die Obstipation verursacht ?

 

Manchmal findet sich primär keine identifizierbare Ursache. Bei Kindern können jedoch folgende Ursachen vorliegen:

 

  • unausgewogene Diät  – Ernährung

Zu wenig Balaststoffe, zu viel Fett (z.B. Junk-Food, Soft-drinks…)

  • geringe Flüssigkeitszufuhr
  • Bewegungsmangel
    (zunehmender TV-konsum, Video-computerspiele, zu wenig Sport…)
  • Psychisch-emotionale Faktoren

Schulkinder, Kindergartenkinder zeigen manchmal Stuhlverhalten beim Benutzen öffentlicher/fremder Toiletten

Kleinkinder bei der Windelentwöhnung, Ängstlichkeit der Eltern

Obstipation als Instrument in einem eventuellen Machtkampf mit den Eltern

Stress in der Familie, Schule, Freunde

  • Sehr lebhafte – aktive Kinder

Ignorieren manchmal den Stuhldrang und „vergessen“ auf die Toilette zu gehen

Einschulung, Wechsel oder Umstellung von Toilettgewohnheiten

  • Bei beginnender Obstipation kann sich leicht eine Art “Teufelskreis” entwickeln: harter Stuhl führt zur schmerzhaften Stuhlentleerung, wodurch wiederum ein Stuhlverhalten durch das Kind resultiert

Obstipation kann jedoch durch andere Erkrankungen oder Probleme verursacht werden:

  • Fehlbildungen des Dickdarms, Rektum oder Anus (Motilitätsstörung neurogener, myogener oder bindegewebiger Natur)
  • Zustand nach Operation (Analatresie, Morbus Hirschsprung..)

 

  • Erkrankungen des Rückmarkes (Spina bifida, Querschnittslähmung, Paresen..)
  • Hormonstörungen (z.b. Hypoparathyroidismus)

 

  • Medikamente

 

Warum muss eine Obstipation beachtet werden ?

 

Harter Stuhl kann zu Irritationen und Verletzungen im Bereich des Anus und der Schleimhaut führen (Fissuren). Dadurch wird die Stuhlentleerung schmerzhaft und es kann durch Verhalten zur Ansammlung grosser und harter Stuhlmengen im Rektum ein verminderter Dehnungsreiz und damit eine verminderte Wahrnehmungsschwelle entstehen. Dies führt schliesslich zum sogenannten Circulus vitiosus = Teufelskreis (weitere Stuhlentleerung wiederum schmerzhaft, was wiederum zu chronischem Stuhlverhalten und Obstipation führt).  

Wie sind die Symptome einer Obstipation ?

 

Die Symptome können bei jedem Kind unterschiedlich ausgeprägt sein, am häufigsten findet man:

  • Stuhlentleerung im Abstand von mehreren Tagen
  • Schmerzhafte Stuhlentleerung, harter, trockener Stuhl, bzw. riesige Stuhlmassen
  • Aufgetriebenes Abdomen, Bauchschmerzen, Krämpfe
  • Verminderter Appetit  
  • Angestrengtes Verhalten (vermeiden der schmerzhaften Toilette) mit „Zähne zusammenbeissen“, überkreuzte Beine, zusammengepresste Gesäßbacken, Gesichtsrötung
  • Stuhlschmieren bzw. „Überlaufenkopresis“ (kleine Stuhlmengen entleeren sich unwillkürlich)

Wie erfolgt die Diagnose ?

Bitte besuchen Sie mit Ihrem Kind unsere Kinderchirurgische Ambulanz im AKH. Der Kinderchirurg wird Ihr Kind genau untersuchen und abhängig von Alter, Vorerkrankung u.U. folgende Fragen stellen:

  • Wann hat das Kind nach der Geburt den ersten Stuhl abgesetzt?
  • Wie oft hat ihr Kind Stuhl (Intervall in Tagen)?
  • Klagt das Kind über Schmerzen beim Stuhlgang?
  • Wird derzeit ein Toilettraining durchgeführt?
  • Woraus besteht die Ernährung des Kindes?
  • Gibt es Stress (Schule, Familie, Freunde?
  • Besteht ein Stuhlschmieren oder Einkoten?

In selten Fällen müssen weitere diagnostische Untersuchungen (Ausschluss anderer Ursachen) durchgeführt werden:

  • Abdomen-Röntgen – Abschätzung der Stuhlmassen im Dickdarm
  • Ultraschalluntersuchung – Strahlungsfreie Untersuchung des Bauchraumes
  • Kontrastmitteleinlauf - durch einen kleinen Einlauf mit einem Kontrastmittel kann in der Röntgenaufnahme der Dickdarm und eventuelle Fehlbildungen, Abnormalitäten dargestellt werden
  • Druckmessung - Manometrie – Einführungen einer dünnen Drucksonde zum Auschluss eines M. Hirschsprung (Aganglionose)
  • Probenentnahme/Rektum-Schleimhautbiopsie -  in Kurznarkose wird eine winzige Probe der Darmschleimhaut entnommen und mit feingeweblich sowie mit biochemischen Methoden untersucht (Ausschluss von A- bzw. Dysganglionose).

Wann sollten Sie den Kinderchirurgen kontaktieren?

  • Falls Sie Fragen oder Bedenken bezüglich Stuhlentleerungsstörungen oder –gewohnheiten ihres Kindes haben sollten Sie die Kinderchirurgische Ambulanz im AKH aufsuchen.

Wie wird die Obstipation behandelt ?

Eine speziell angepasste Behandlung Ihres Kindes wird vom Kinderchirurgen nach einem Besuch in der Kinderchirurgischen Ambulanz, nach ausführlicher Untersuchung und eventueller weiteren Abklärung empfohlen. Die Therapie kann abhängig sein von:

  • Alter des Kindes

 

  • Vor- oder Begleiterkrankungen

 

  • Gesundheitszustand des Kindes

 

  • Ausmaß der Obstipation
  • Ursache und Typ der Erkrankung
  • Akzeptanz oder Toleranz gegenüber speziellen Therapien oder Medikationen

 

  • Erwartungshaltung, Bevorzugung bestimmter Therapien durch die Eltern

 

Nachsorge nach angeborenen Fehlbildungen

Kinder mit angeborenen Fehlbildungen sollten nach der primären Operation und der ersten Phase im Spital, eine langfristige Nachsorge in unserer Kinderchirurgischen Nachsorgeambulanz erhalten. Auch wenn Kind und Eltern nach den ersten Lebenswochen im Spital vielleicht einmal ein bisschen Abstand vom Krankenhaus haben möchten, so wollen wir unsere kleinen Patienten nicht aus den Augen verlieren und je nach Grunderkrankung sind im ersten Lebensjahr engmaschige Kontrollen notwendig. Die Intervalle werden mit dem Alter des Kindes länger, sodass wir schlussendlich bis zur Adoleszenz, einmal im Jahr unserer Patienten sehen wollen.

Das gilt z.B. für folgende Krankheitsbilder:

  • Anorektale Fehlbildungen
  • Dünndarmatresie
  • Duodenalatresie
  • Gastroschisis
  • Lungensequester
  • Morbus Hirschsprung
  • Omphalocele
  • Ösophagusatresie
  • Volvulus
  • Zwerchfellhernie
  • Zystisch Adenomatoide Malformation 

 

 

Hämangiome (Blutschwamm) und Gefäßfehlbildungen
Wir bieten in unserer Ambulanz für Hämangiome („Blutschwamm“) und Gefässfehlbildungen das ganze Sektrum der konservativen und operativen Therapie an. Dies beinhaltet LASER-Behandlung, medikamentöse Behandlung (Cortison lokal (als Spritze in das Hämangiom) und systemisch (als Tabletten), Interferon-Theraie) und die Operation. Alle Eingriffe finden kindesgerecht in einer kurzen Narkose statt. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem interdisziplinärem Zentrum Hämangiome und Gefässfehlbildungen und dem St. Anna Kindersital.

 

 

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