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Gastroösophagealer Reflux



Was ist ein Gastro-Ösophagealer Reflux (GER)?

 

Bezeichnet das Zurückfließen (Refluieren) von Mageninhalt in die Speiseröhre.

 

Klinische Symptome?

 

Sind abhängig vom Schweregrad des Refluxes und vom Alter des Kindes. Typische Symptome sind:

  • Erbrechen
  • Gedeihstörungen 
  • Gewichtsabnahme 
  • Nahrungsverweigerung 
  • Heiserkeit 
  • Husten (nachts) 
  • häufige respiratorische Infekte 
  • Lungenentzündungen 
  • Asthma 
  • Schluckstörungen 
  • Atemwegstörungen 
  • Schmerzen (Brustkorb, hinter dem Brustbein, Magendrücken) 
  • häufiges saures Aufstossen 
  • typische Zahnschäden

     

 

Die Symptome sind vielfältig und können denen anderer Krankheitsbilder ähnlich sein. Bitte wenden Sie sich an unsere Kinderchirurgische Ambulanz für eine genaue Diagnose.

 

Wie häufig ist ein GER im Kindesalter?

 

Bei Säuglingen tritt relativ häufig ein GER auf, der sich allerdings meist mit zunehmenden Alter bessert oder sogar völlig verschwindet. Grundsätzlich kann ein GER in jeder Altersgruppe auftreten. Der GER ist die häufigste Ursache für Erbrechen im Säuglings- und Kleinkindesalter.

 

Wenn bei ihrem Kind Symptome eines GER auftreten oder über längere Zeit anhalten, bitten wir Sie das Kind in unserer Kinderchirurgischen Ambulanz (6B, grün) vorzustellen. Wir werden Sie nach Untersuchung Ihres Kindes genauestens über das Krankheitsbild informieren und Ihnen falls notwendig weitere Abklärungen oder eine Therapie vorschlagen.

 

Warum kommt es zum GER?

 

Am untersten Ende der Speisröhre (Übergang zum Magen) befindet sich ein komplexer Verschlussmechanismus, der normalerweise das Zurückfliesen von Mageninhalt in die Speiseröhre verhindert. Dieser Mechanismus besteht aus dem unteren Speiseröhrenschliessmuskel, dem Zwerchfell, anatomischen Gegebenheiten (Winkel zwischen Speiseröhre und Magen) sowie Druckunterschieden zwischen Brustkorb (Speiseröhre) und Bauchraum (Magen). Bei Störungen einer oder mehrer Komponenten dieses Mechanismus kann es zum GER kommen. Ein geringradiger Reflux tritt jedoch bei fast allen Kindern (wie auch Erwachsenen) auf, ohne dass es zu Beschwerden kommt.

 

Tritt der Reflux relativ häufig auf oder kommt es zu einer längerdauernden Belastung der Speiseröhre mit Mageninhalt, kann die darin enthaltene Magensäure zur Entzündung oder Schädigung der Speiseröhrenschleimhaut führen. Bei „hohem“ Reflux (Magensäure kommt bis zum Mund), kann es zu Erbrechen, Heiserkeit, Husten, Atemproblemen oder Lungenentzündungen (Übertritt von Magensäure, Speisebrei in die Atemwege) kommen.

 

Kann der GER gefährlich sein?

 

Einige Kinder haben einen GER ohne regelmässig zu erbrechen. Trotzdem kann es zu schweren Atemwegserkrankungen (Asthma) oder chronischen Lungenentzündungen und möglicherweise auch zum sogenannten „plötzlichen Kindstod“ (SIDS – sudden infant death syndrome) kommen. Durch längerdauernde und massive Speiseröhrenentzündungen aufgrund eines GER kann es zu Speiseröhrenverengungen kommen. Chronische Entzündungen können auch zu einem sogenannten Barret-Ösophagus (Veränderung der normalen Zellen in der Speiseröhre) führen

 

 

Warum kann der Kinderchirurg wissen, dass Ihr Kind an einem GER leidet und wie können wir Ihrem Kind helfen?

 

Wenn Sie mit Ihrem Kind in unsere Ambulanz kommen, werden wir uns genauestens über die Symtome Ihres Kindes informieren und Ihr Kind untersuchen. Danach können wir sagen, ob die Symptome Ihres Kindes durch einen GER verursacht sind und/oder ob eine weitere Abklärung erforderlich ist. Bei harmlosen Fällen kann jedoch auch häufig zunächst eine Therapie ohne weitere Abklärung eingeleitet werden.

 

Behandlungsmöglichkeiten des GER?

 

Die Behandlung wird vom Kinderchirurgen grundsätzlich auf Basis der vorhandenen Symptome, der medizinischen Vorgeschichte und dem Alter Ihres Kindes gemeinsam mit Ihnen besprochen.

 

In vielen Fällen reichen lediglich konservative Massnahmen (Lagerung, Fütterungsmengen, Nahrungsumstellung, lifestyle-Veränderungen etc.) zur Besserung der Beschwerden aus.

 

Bestehen ausgeprägte Symptome und Beschwerden, kann eine medikamentöse Therapie begonnen werden (Hemmung der Magensäure, Förderung der Magenentleerung). Bei Fortbestand oder massiver Ausprägung der Symptome und Beschwerden, Verschlechterung trotz medikamentöser Therapie oder Auftreten von Komplikationen durch den GER müssen u.U. weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um die Therapie zu optimieren. In seltenen Fällen muss der GER chirurgisch (Fundoplikatio) behandelt werden.

 

Welche Untersuchungsmethoden werden zur Abklärung des GER eingesetzt?

 

Kontrastmittel-röntgen oder Videokinematographie

 

Ihr Kind bekommt ein Kontrastmittel zum Schlucken, durch Röntgenaufnahmen kann dadurch die Form der Speiseröhre und des Magen und oberen Dünndarmes optimal dargestellt werden. Diese Abklärung dient zum Auschluss von Speiseröhrenverengungen, Zwerchfellbrüchen (Hiatushernie) oder anderen Passagehindernissen, die einen GER vortäuschen können.

 

Gastroskopie

 

Dabei wird in einer Kurznarkose ein schmaler flexibler Schlauch mit einer Kamera durch den Mund bis in die Speiseröhre und Magen (Magenspiegelung) eingeführt. Dadurch kann der Kinderchirurg direkt die Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm (Duodenum) auf Veränderungen untersuchen und Proben entnehmen, die später durch genaueste Methoden (Mikroskop, Bakterienkulturen) auf Entzündungen oder andere Probleme untersucht werden.

 

PH-Metrie/Manometrie

 

Dabei wird über die Nase eine dünne Sonde mit einem Säuresensor in der Speisröhre platziert. Diese Sonde misst über 24 Stunden die Menge der Säurebelastung in der Speisröhre. Die Messung wird mit Computer ausgewertet und zeigt den Schweregrad des Refluxes an. Auf ähnliche Art und Weise können die Druckwerte (unterer Speiseröhrenschliesmuskel) ermittelt werden.

 

Lungenröntgen

 

Zum Ausschluss von Lungenentzündungen.

 

Szintigraphie

 

Nuklearmedizinische Untersuchungsmethode (Szintigraphie) zur Abklärung eventueller Magenentleerungsstörungen.

 

 

Damit es Ihrem Kind rasch wieder gut geht. In der kinderchirurgischen Ambulanz werden wir Sie ausführlich über die Behandlungsmöglichkeiten Ihres Kindes informieren.

 

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